– WUNDERSCHÖNE GEBURT TROTZ STARKER WEHEN –

Ines (28)

Bei meiner ersten Geburt war ich 24 Jahre alt und habe mir eine interventionsfreie, selbstbestimmte Geburt gewünscht. Allerdings habe ich mich damals nicht wirklich auf die Geburt vorbereitet. Ich bin einfach mit der Überzeugung, dass mein Körper von Natur aus weiß, was zu tun ist, in die Geburt gegangen.

Schleimpfropf ab – ich war aufgeregt!

Ca. 2 Wochen vor dem ET ging es dann damit los, das der Schleimpfropf abging. Plötzlich war ich total aufgeregt und konnte es kaum glauben, dass es jetzt wirklich bald losgehen wird.

Dann, ca. eine Woche später, bei 39+0, wachte ich früh morgens mit Wehen auf. Ich wollte noch liegen bleiben und versuchen zu schlafen, aber ich war zu aufgeregt. Also fing ich an, die Wehen mit einer App aufzuzeichnen. Sie kamen im Abstand von 5-15 Minuten. Je länger der Abstand, desto intensiver (noch nicht schmerzhaft) waren die Wehen. Nach 2-3 Stunden weckte ich meinen Partner und wir beschlossen, noch unseren Wocheneinkauf zu erledigen und abzuwarten, bis die Wehen regelmäßiger wurden.

Zum Mittag waren die Abstände dann bei 3-10 Minuten und teilweise musste ich während der Wehen schon innehalten. Die Autofahrt ins Krankenhaus dauerte etwa 45 Minuten und war sehr unangenehm. Um 14 Uhr waren wir dann im Krankenhaus.

Das CTG zeigte nur geringe Wehentätigkeiten

Um 15 Uhr war das erste CTG fertig und zeigte nur geringe Wehentätigkeiten an, obwohl mir die Wehen zu dem Zeitpunkt schon sehr heftig vorkamen. Daraufhin entscheiden wir noch 2 Stunden spazieren zu gehen. Teilweise musste ich schon in die tiefe Hocke gehen, um die Wehen auszuhalten und auch zwischen den Wehen war es echt unangenehm und ich hatte keine richtigen Pausen. Um 17 Uhr war das nächste CTG. Der Muttermund war da bei 3 Zentimetern.

Da ich mich überhaupt nicht entspannen konnte und durchgehend, auch in den Wehenpausen, Schmerzen hatte, schlug die Hebamme vor, unter die Dusche zu gehen. Unter dem warmen Wasserstrahl war es dann wirklich besser. Die Wehen waren immer noch sehr heftig, aber zwischendurch konnte ich etwas entspannen. Nach 2 Stunden unter der Dusche und einem Schichtwechsel wurd um ca. 20 Uhr noch ein CTG geschrieben. Das war für mich kaum noch auszuhalten. Ich durfte zwar stehen, wollte aber unbedingt ins Wasser und war zu diesem Zeitpunkt schon in der Übergangsphase zu den Presswehen.

Es tat weh

Dann durfte ich endlich in die Badewanne. Dort wurde dann auch noch ein Zugang gelegt, denn ohne durfte man keine Wassergeburt haben. Mich hat es nicht gestört. Nach ca. einer Stunde merkte ich dann, wie sich die Wehen veränderten und ich instinktiv begann mitzuschieben. Kurz darauf platzte auch meine Fruchtblase und die Presswehen wurden intensiver. Die Hebamme kam und untersuchte den Muttermund. Der war bis auf einen kleinen Saum vollständig geöffnet. Leider wurde dieser Saum dann vom Köpfchen eingeklemmt, was sehr schmerzhaft war. Daraufhin hat die Hebamme bei 2 Wehen mit ihrer Hand den Saum weggeschoben. Das war wirklich sehr sehr schmerzhaft, aber danach merkte ich bei jeder Presswehe, wie das Köpfchen immer wieder ein Stückchen weiter nach unten kam.

Und dann, nach ca. 1,5-2 Stunden war das Köpfchen endlich da und ich möchte nicht lügen: Es tat richtig weh. Mit der nächsten und letzten Wehe war unser Wunder um 22:55 Uhr geboren.

Ich war erstaunt, glücklich und froh, dass es vorbei war und konnte es kaum glauben, dass ich das alles vollkommen alleine ohne viel Hilfe geschafft habe. Gleichzeitig war ich aber auch überwältigt davon, wie schmerzhaft die Wehen waren und wie lange die Presswehen gedauert haben.

Mein ganzer Körper zitterte

Als meine Tochter im Wasser auf mir lag, fing ich vor Erschöpfung und Erleichterung plötzlich so an zu zittern, dass ich sie kaum noch halten konnte. Ich stieg ich aus der Wanne und etwa 15-30 Minuten später bemerkte ich ein erneutes Ziehen und die Plazenta kam.

Ich hatte keine Geburtsverletzungen und trotz, der für mich starken Wehenschmerzen, war diese Geburt wunderschön, denn sie war selbstbestimmt und ich war viel mit meinem Partner alleine und hatte meine Ruhe. Also genau das, was ich auch wollte.

15. Januar 2021

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