– WIR FRAUEN SIND WAHRE HELDINNEN-

Jana (26)

Es war mein erstes Kind, klar macht man sich viele Gedanken. Wie verläuft die Geburt? Wann merke ich, dass es losgeht? Merke ich es überhaupt? Wie fühlen sich Wehen an? Wie lange wird es dauern? Und so weiter! Ich muss gestehen, ich habe mir vorher nie viele Gedanken um die Geburt gemacht. Bis zu dem einen Tag, da kamen alle diese Gedanken. Ich wachte morgens auf, war zwei Tage vor dem ET und hatte ein Ziehen im Unterleib. Instinktiv waren wir an diesem Tag noch einkaufen. Dieses Ziehen wollte nicht weggehen aber nein, es waren keine Wehen. Abends ging ich in die Badewanne um zu sehen, ob sich etwas tut. Aber natürlich nicht. Ich sagte meinen Mann, das wir früh ins Bett gehen. Wer weiß, ob es nicht vielleicht doch los geht. Kaum lag ich im Bett, hatte ich zum ersten mal das Gefühl, eine Wehe zu haben. An Schlafen war da natürlich nicht mehr zu denken. Nachts gegen circa 2 Uhr weckte ich meinen Mann, denn die Wehen kamen immer regelmäßiger. Meine Beleghebamme war auf einem Seminar. Ich rief die Vertretung an, sie war leider total krank und konnte nicht. Im ersten Moment war ich verzweifelt. Ich habe mir das alles anders vorgestellt. Ich rief im Kreißsaal an und wir fuhren los. Im Krankenhaus angekommen, lag ich am CTG und laut diesem Gerät hatte ich keinerlei Wehen.

Mein Muttermund war verkürzt aber sonst: Nichts!

Mein Muttermund war verkürzt aber sonst: Nichts! Wir sollten etwas laufen, Treppen steigen und so weiter. Also gingen wir raus. Keine 20 Minuten später war meine Hose klatschnass. Tadaa! Die Fruchtblase ist geplatzt, Wehen alle 2-3 Minuten. Also wieder hoch an das CTG. Und was war? Laut dem Gerät immer noch keine Wehen Tätigkeiten. Mein Gedanke in diesem Moment: Ich werde hier Tage liegen. Mein Mann wurde um halb 5 Uhr nach Hause geschickt und ich auf ein Zimmer gebracht, dann ging es los. Wehen alle 2 Minuten und circa 1 bis 1,5 Minuten lang. Ich bin hin und her gelaufen, habe die Pausen genutzt um Kraft zu tanken. Ich war überwältigt, weil ich wusste, ich werde bald dieses Wunder in einem Arm halten.

Mit jeder Wehe kam ich unserem Baby ein Stück näher

Mit jeder Wehe kam ich unserem Baby ein Stück näher. Um 7 Uhr bin ich auf den Flur, da kam mir eine Schwester entgegen und hat mich mit in den Kreißsaal genommen. Die Hebamme, die Dienst hatte, war super!! Es war nicht viel los, 3 Geburten, 3 Hebammen. JACKPOT! Sie schaute nach, der Muttermund war bei 7 cm. Nochmal JACKPOT! Ich rief meinen Mann an, dass er sofort kommen soll. Ich wollte es nicht, aber ich tat es, ich fragte nach einer PDA. Gesagt, gepiekst, da war sie. Ich lag mit meinem Mann in diesem riesigen Bett und habe sogar nochmal die Augen geschlossen, habe entspannt. Mir ging es gut. Ich konnte laufen, Späße machen und in die Familiengruppe Fotos von mir senden, wie ich noch mit Kugel und Krankenhauskittel aussehe. Gegen 13 Uhr ging es los, dieser Druck nach unten. Ich habe um 13:15 Uhr ein wehenförderndes Mittel bekommen (aufgrund der PDA). Es kam mir vor, als würde ich stundenlang pressen, dabei waren es 10 Minuten. Die Hebamme nahm meine Hand, ich konnte den Kopf von meinem Baby fühlen! Ich nahm alle Kraft zusammen und presste nochmal und nochmal und plötzlich, war da dieser Schrei. Dieses kleine Wesen, dieses Wunder und jede Anstrengung war vergessen. Ich habe mir diese Geburt so anders vorgestellt und ich kann sagen, es kam alles einfach anders als gedacht und genau so wie es war, war es wunderschön. Ich hoffe, ich habe irgendwann nochmal das Glück dieses Wunder erleben zu dürfen! Wir Frauen sind der Wahnsinn!

WEITERE GEBURTSBERICHTE

SCHREIBE EINEN KOMMENTAR