-NIEMALS FÜR MÖGLICH GEHALTEN, IMMER GEHOFFT-

Rieke (36)

Etwa 10 Jahre ist es her, dass der Tag der Geburt festgelegt wurde. Die komplette Schwangerschaft war schwierig, aber doch hatte ich bis zum Schluss die Hoffnung auf eine “normale” Geburt nicht aufgegeben.

Dann war da der Tag x, der 20. Juli 2010. An dem endgültig festgelegt wurde, dass die Püppi per Kaiserschnitt kommen wird. Ich war im ersten Moment enttäuscht und fühlte mich schuldig, hatte ich doch bis zum letzten Moment trotz offenem Muttermund und verkürztem Gebärmutterhals gearbeitet. Und dass, obwohl mir meine Frauenärztin die ganze Zeit davon abgeraten hat.

Es gab keine andere Lösung!

Der Arzt war jedoch schon beim Vorgespräch sehr einfühlsam, erklärte mir immer und immer wieder das gesamte Vorgehen. Beruhigte mich in meinen Gedanken. Die Püppi war extrem klein für die Schwangerschaftswoche, lag gefühlt schon als Zellhaufen in Beckenendlage. Dazu kam mein Becken und das Steißbein, beide nicht in Ordnung und andauernd wieder voreinander weg. Es gab keine andere Lösung!

Der geplante Entbindungstermin sollte Mitte September sein. Schon früh war klar, dass der Termin wohl nicht erreicht wird. Ich hoffte daher lange Zeit auf Anfang oder Mitte August. Allerdings quälten mich Wehen, die stark gehemmt werden mussten. Und das schon seit der 16. Schwangerschaftswoche. An eben dem 20. Juli 2010 wurde dann beschlossen, den Wehenhemmer abzusetzen. Ich hatte insgeheim gehofft, dass diese quälende Zeit mit riesigem Bauch endlich vorbei ist, andererseits war da die Sorge um das kleine Wesen. Viel zu früh und dann ja auch noch kleiner als eigentlich “normal”.  Aber was soll ich sagen? Es ging mir besser denn je. Keine Wehe, keine Schmerzen. Nur ein fröhlich auf meiner Blase hüpfendes Baby. Das sollte dann noch eine ganze Zeit so gehen. Alle zwei Tage zur Vorsorge. Immer ein OP-Team in Bereitschaft, aber dieses kleine Wesen wollte einfach nicht mehr raus.

Dann kam der 26. August 2020

Dann kam der 26. August 2020. Ich hatte es erreicht. Das Ende der 36. Schwangerschaftswoche. Niemals für möglich gehalten, immer gehofft. Nun wollte der Chefarzt die magische Grenze von 37+0 erreichen. Gleich morgens um 6 Uhr, am 27. August 2010, kam ich in den OP. Dann ging es ganz fix. Nach den üblichen Voruntersuchungen wurde mir eine PDA gelegt und um 8.04 Uhr war sie endlich da! Nur zarte 2670g schwer und 46 cm groß, aber schreien konnte sie wie eine Große! Aufgrund von Medikamenten, die ich während der Schwangerschaft nehmen musste, kam sie direkt aus dem OP in ärztliche Überwachung. Allerdings hat sie sich so schnell angepasst, dass ich bereits mittags nur noch mit einem Kabel mit ihr kuscheln durfte.

Jetzt sind es bald 10 Jahre und sie ist eine riesige aber immer noch leichte Maus geworden.

Mein ganzes Glück!

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