– MIR WURDE GANZ KOMISCH, DA ES SO PLÖTZLICH KAM –

Sarah (22)

Ich sprang mit meiner Kugel noch in den Pool

Es war der 30.7.2019:
Ich war bereits 5 Tage drüber und hatte einen Termin im Krankenhaus zur Kontrolle. Mir ging es gut, ich war fit und voller Energie. Ich legte mich also auf die Liege und hing am CTG. Natürlich wieder keine Anzeichen, dass es losgeht. Keine einzige Kurve. Unsre Prinzessin fühlte sich noch sehr wohl in ihrer Einraumwohnung. Mein Muttermund war immer noch auf einem Zentimeter, also nichts weltbewegendes. Wir fuhren also nach Hause. Ich machte den Haushalt, spielte mit unsrem ersten Sohn, ging spazieren und sprang mit meiner viel zu großen Kugel in den Pool. Ich war gerne schwanger und genoss es in vollen Zügen.

Um ca. 21 Uhr saß ich noch mit meiner Freundin im Garten und quatschte über alles. Ab und an war ein kleines Zwicken, aber ich konnte es nicht einordnen. Gegen 22 Uhr ging ich in unser Zimmer, wo mein Partner saß und X-Box spielte (auch große Männer spielen). Ich hockte mich aufs Bett und fing an, die Abstände zwischen dem Zwicken zu messen. Gut alle 5 Minuten, so ungefähr 2-3 Minuten lang. Ganz sicher war ich mir nicht, ob es richtige Wehen sind, oder nicht :D.

Wir wollten eigentlich gerade wieder nach Hause

Gegen 23 Uhr entschieden wir uns dann doch ins Krankenhaus zu fahren, welches 20 Minuten entfernt war (Eine gute Idee gewesen. Während der Fahrt kamen alle 3 Minuten Wehen, welche um die 4-5 Minuten andauerten). Oben angekommen wurde ich ans CTG gehängt und wie aus dem Nichts waren alle Wehen weg. Mein Muttermund war auf 3 cm. Hat also noch nichts zu heißen, meinte meine Hebamme. Wir sollten eine Stunde spazieren gehen. Toll dachte ich mir. Um fast 24 Uhr spazieren gehen. Ich konnte mir was besseres vorstellen :D.

Gesagt getan. Die ersten 20 Minuten war ich noch der Meinung, dass ich wieder nach Hause fahre, doch dann gings los. Ich musste mich alle 10 Meter abstützen und meine Wehen veratmen. Wir gingen wieder in den Kreißsaal, als sie noch zu uns meinten: “Also entweder fahren sie nach Hause, oder sie schlafen diese Nacht hier”. Für mich stand sofort fest: Ich fahre nach Hause! Will in mein Bett, meine gewohnte Umgebung. Ich wurde nochmal ans CTG gehängt und quatschte nebenbei mit meinem Freund, der mir tapfer zur Seite stand.

Vertrauen ist wichtig

30 Minuten später kam die Hebamme rein und meinte zu uns: “So, jetzt geht’s los”. Mir wurde plötzlich ganz komisch. Ich fühlte mich noch nicht bereit und hatte auch etwas Angst, was jetzt auf uns zukommt. Mir war wichtig, dass ich meinem Körper und auch meiner Hebamme vertrauen kann. Die Wehen waren nicht ohne, aber es war auszuhalten. Ich veratmete sie brav und in den Pausen machte ich Späße mit meinem Mann, der auch super mitatmete. Gegen 4 Uhr bekam ich eine Infusion, um nochmal Kraft zu tanken und oh ja, das hab ich gebraucht. 45 Minuten hatte ich Zeit, mich zu sammeln und in mich zu gehen. Danach ging es los.

Ich habe auf mein Inneres gehört und das gemacht, was mein Körper mir sagte. Ich habe unserem Baby vertraut und wir haben super zusammengearbeitet. Ich wusste komischerweise genau, wie und wann ich welche Wehe veratmen oder später pressen sollte.

Mein Muttermund war bei 10 Zentimetern

Gegen 7 Uhr schaute ich meinen Freund an, er soll doch bitte jetzt sofort die Hebamme holen, da ich pressen muss. Er flitze los. Die Hebamme kam herein und schaute den Muttermund an. 10 cm. Es kann losgehen!

Ich wartete auf die nächste Wehe und presste so fest ich konnte. Dann kam die nächste Wehe und der Kopf war schon zu sehen. Und noch eine. “Sie hat Haare”, sagte die Hebamme zu uns. Noch einmal pressen und dann haben wir es geschafft. Und so war es auch. Ich presste und dann lag sie da. Wunderschön und zufrieden.

Vertraut auf euch, auf euren Körper und auf eure Babys. Ich denke positiv und voller Glück an meine Geburt zurück. Es war das Schönste, was ich erleben durfte!

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