– MEINE KRAFTVOLLE GEBURT IM GEBURTSHAUS –

Caro (27)

ET+8

Entbindungstermin +8  und ich war so ungeduldig. Ich hatte einfach keine Lust mehr auf das schwanger sein, mir tat alles weh und ich fühlte mich wie ein dicker Wal. Jeden Morgen aß ich mein Müsli mit Zimt, was mir wenigsten die Hoffnung gab, es beeinflussen zu können, wann mein zweiter Sohn auf die Welt kommt, aber es ist kein Geheimnis, wenn ich sage, dass das Baby erst dann kommt, wenn es bereit ist. Nur neigen wir ungeduldigen Mamis dazu, das einfach zu ignorieren.

Am besagten Tag nahmen wir, mein Mann und ich, ein entspanntes Bad und liebten uns. Wir dachten, das Baby wurde mit Liebe gezeugt und wird mit Liebe heraus gelockt. Und so war es dann auch.

ET+9

Am neunten Tag nach dem Termin, wachte ich durch ein leichtes ziehen gegen 5 Uhr auf. Ich lief ins Bad und pinkelte, als ich auf dem Toilettenpapier einen, mit Blut durchzogenen, Schleimpfropf entdeckte. Das war für mich das Zeichen, welches mir sagte, es ist soweit. Wir aßen Frühstück und ich rief meine Hebamme an. Leichte Kontraktionen kamen und gingen, ca. alle sieben bis zehn Minuten.

Ab ins Geburtshaus

Gegen 9 Uhr machten wir uns auf den Weg ins Geburtshaus. Dort wurden wir herzlich und familiär begrüßt und durften uns völlig frei entfalten. Wir entschieden uns dazu, den TV an zu machen. Ich kniete mit einem Gymnastikball auf dem Boden und atmete mit den Wellen, die nun intensiver kamen, aber dennoch sehr schmerzarm waren. Die Wellen kamen immer stärker und ich sagte mir immer wieder ” Es ist kein Schmerz! Es ist meine Kraft, die mir mein Baby bringt!” Dieses Mantra half mir ungemein, den Schmerz in Kraft umzuwandeln.

Die Wassergeburt

Meine Hebamme hörte an meinen Tönen, dass es nicht mehr lang dauern würde, deshalb schlug sie vor, in die Geburtswanne zu steigen, denn ich wollte sehr gern eine Wassergeburt erleben. Das taten wir dann auch und wow, was soll ich sagen. Alles wurde intensiver, es waren wahnsinnige Kräfte, die da auf mich einwirkten. Meine Kräfte, die absolute Schöpfungskraft, die der Frau gegeben wurde.

Es war der Übergang zur Pressphase, der mich so überrollte. Dann ging es einfach los, ich spürte den Pressdrang und gab diesem nach. Da war er, der “Ring of fire” von den man manchmal gelesen hat, es gibt ihn also wirklich und dann kam schon das Köpfchen. Ich fühlte mit meiner Hand, zwischen meine Beine. Dort spürte ich die kleinen, weichen Haare von meinem Baby, die unendlich weiche Kopfhaut. Das gab mir so einen wahnsinnigen Kraftschub. Ich war wie benebelt und musste stöhnen, so viel Euphorie habe ich noch nie gespürt. Es war sinnlich, in einer Art und Weise, wie ich sie noch nie gespürt habe, ja, eine Art von Orgasmus, mir fehlt eine passende Beschreibung.

Ich spürte genau, wie sich das Baby in mir drehte und dann kam der Rest von seinem Kröper. Ich nahm ihn langsam entgegen und legte ihn auf meine Brust. Ich war im Himmel. Wie im Rausch. Der Kleine war ganz ruhig, was mich kurz verunsicherte, denn eigentlich heißt es doch, dass Babys schreien. Aber er wurde einfach nur ganz sanft auf unsere Welt geholt und genoss es, auf meiner Brust zu liegen. Er war gesund und munter und brachte stolze 4630g auf die Waage, bei einer Länge von 57 cm und einem Kopfumfang von 37 cm. Wow! Ich hab es geschafft und es war so wundervoll.

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