– MEIN PLAN: NORMALE GEBURT – MIT RIESENBABY? –

Ann Katrin (28)

Der erste Kaiserschnitt war schön, aber ich wollte gerne eine natürliche Geburt erleben. Beim zweiten sollten das nun klappen.

Es wird wieder ein Junge, worüber ich mich, entgegen mancher Behauptungen sehr freue. Mindestens genauso sehr wie der große Bruder, der in der Schwangerschaft schon hätte nicht stolzer sein können.

Mein Riesenbaby

Zum Ende hin war es sehr schwierig. Mir ging es häufig nicht gut, ich war viel müde und hatte starke Rückenschmerzen. Insgesamt aber war die Schwangerschaft angenehmer. Ab der 30. Woche wurde ich zusätzlich alle 2 Wochen im Krankenhaus kontrolliert, um sicher zu gehen, dass alles ok ist. Ich bekomme diesmal angeblich ein “Riesenbaby”.

Da war der Tag. Der Geburtstermin war der 22.2.2020. Ich fuhr, Ende Januar, zur Kontrolle ins Krankenhaus. Der Chefarzt machte heute den Ultraschall. Makrosomie. 52 Zentimeter und 3500 Gramm war die Schätzung. Er meinte, ich sollte mich mit dem Gedanken anfreunden, einen Kaiserschnitt zu machen. Ich sollte in 2 Wochen wiederkommen.

Ich kam wieder… 5 Tage später schnellte mein Blutdruck wieder hoch. 4 Tage lag ich im Krankenhaus, aber es war alles in bester Ordnung. Wie verwundert alle waren, dass ich kein Diabetes hatte. Ich durfte wieder Heim. Aber nur, weil ich 4 Tage später ja zur Kontrolle wieder da war. Mein Blutdruck erholte sich ein wenig. 150 zu 90 war er fast immer.

Riesenbaby = Kaiserschnitt?

06.02: Der Chefarzt machte wieder den Ultraschall. Seine Schätzung: 3800 Gramm, 54 Zentimeter und ein dicker Bauch. Also das Baby, nicht nur ich. Zu dem Zeitpunkt hatte ich stattliche 155 cm Umfang und mal wieder 30 Kilo zugenommen. Er riet mir, ab 38+0 einen Kaiserschnitt zu machen und schätzt, dass der Kleine eher noch größer wäre, als geschätzt und nicht durchs Becken passt. Außerdem will er kein Risiko mit der Narbe eingehen. Ich ließ mich drauf ein und machte für den 12.02. den Termin. Einen Tag vorher sollte ich nochmal zum Ultraschall kommen. Es blieb dabei und es kamen keine wehen.

20 Mal daneben gestochen

Der 12.02. war da. Super nervös fuhren wir um 7 Uhr ins Krankenhaus. Es wurden alle Untersuchungen gemacht. 4100 Gramm und 54 cm schätzte die Assistenzärztin. Sie war so eine Liebe. Ich wurde vorbereitet. Und da war sie wieder. Die Angst. Diesmal hielten 2 Hebammen meine Hände. Der kalte Raum, der kalte Tisch und eine beschissene Anästhesistin. Gefühlt 20 Mal hat sie daneben gestochen. Das tat weh, ich habe angefangen zu weinen, aus Angst, ich müsste jetzt eine Vollnarkose bekommen. Der Chefarzt war es Leid und rief einen anderen Anästhesisten. Der kam stach zu und ging wieder. Danke an der Stelle, dass er es geschafft hat. Mein Rücken tat weh, bis die Betäubung wirkte. Ich bekam wieder Sauerstoff und da war er wieder, dieser schöne Moment.

Sein erster Schrei und zack, schnellte mein Blutdruck so rauf, dass ich wirklich Medikamente bekommen musste. Mein Sauerstoff sank und mein Mann wurde zu meinem Kind mitgenommen, der im Nebenraum sauber gemacht wurde. Schnell erholte ich mich und er durfte mit unserem zweiten Sohn wieder zu mir.

4460 Gramm und 56 Zentimeter

Er war bei mir, die ganze Zeit. Diesmal wirklich die ganze Zeit. Er war groß und alle sagten er wäre total süß und schwer. Der Chefarzt tippte auf 4400 Gramm. Er sollte Recht behalten. Mein Baby durfte diesmal sogar mit mir fahren. Er war die ganze Zeit bei mir. Im OP und auch im Fahrstuhl. Apropos, ich möchte auch so einen Wärmeschrank für Decken. Das war herrlich, ich kam aus dem kalten OP unter eine kuschelig warme Decke. Der Chefarzt kam mit hoch und wollte wissen, was er wiegt. 4460 Gramm und 56 cm. Die Entscheidung für den Kaiserschnitt war meinem Gefühl nach richtig, obwohl mich viele davon abhalten wollten.

Auch ohne natürliche Geburt hatte ich zwei wunderschöne Geburten. Aus gesundheitlichen Gründen musste es so sein und es war in Ordnung. Man darf sich nur nicht auf etwas versteifen, dann können auch Kaiserschnitte wunderschön sein.

 

WEITERE GEBURTSBERICHTE

SCHREIBE EINEN KOMMENTAR