– MEIN MANN DACHTE, DASS MEINE HORMONE DURCHDREHEN –

Alex (33)

Mein Name ist Alex und ich habe zwei Söhne (6 und 3 Jahre). Beide sind geplant, in unserem Wohnzimmer, zur Welt gekommen. Beide Geburten waren wunderschön, aber heute möchte ich von der Geburt meines Großen erzählen:

Er konnte all seine Frage loswerden

Es war im Januar, als ich bemerkte, dass ich schwanger war. Ich wusste gleich: Ich will nicht ins Krankenhaus, Krankenhäuser und Ärzte machen mir einfach Angst. Mein Mann dachte, dass die Hormone schon jetzt mit mir durchgehen, als ich ihm sagte, dass ich auf jeden Fall zu Hause entbinden will. Wir machten also einen gemeinsamen Termin bei der Hebamme und mein Mann konnte konnte all seine Fragen loswerden. Ich hatte irgendwie, aus welchen Gründen auch immer, gar nicht viele Fragen. Ich wusste, was ich will und was nicht und ruhte in mir. Als mein Mann nun überzeugt war, genossen wir die Schwangerschaft und die Vorbereitung auf die Geburt.

Mein Entbindungstermin rückte immer näher und mein Muttermund war schon seit Wochen 2 cm geöffnet, aber es tat sich nichts. Langsam konnte ich es kaum noch abwarten, aber ich musste 5 Tage über den ET, um dieses kleine Wunder endlich im Arm zu halten.

Die Hebamme muss kommen

Der Morgen des 01.10.2013 war ganz normal, meine Hebamme rief morgens an und fragte, wie es mir ginge. Sie wollte, dass ich abends nochmal in die Praxis komme. Mein Mann hatte an diesem Tag frei und wir machten es uns gemütlich. Wir bestellten indisches Essen und danach schlief ich ein (was sehr untypisch für mich ist, da ich tagsüber eigentlich nicht einschlafen kann). Gegen 17:00 Uhr weckte mich mein Mann, weil wir ja noch in die Praxis sollten. Ich ging ins Bad um mich fertig zu machen und auf einmal zog es mir so in die Beine, dass ich mich am Waschbecken festhalten musste. Ich dachte nur: “Wow, was war das und ging ins Wohnzimmer zu meinem Mann”. Er schaute mich an und meinte nur ganz trocken: “Du siehst nicht so aus, als ob wir da heute noch hin müssen. Ich rufe mal in der Praxis an”.

Ich ging ins Bad um mir eine Badewanne mit warmen Wasser voll zu machen und legte mich rein. In der Badewanne zog es mir immer wieder in den unteren Bauch, den Rücken und in die Beine. Nach 15 Minuten kam meine Hebamme freudig herein. Es war ihre erste Hausgeburt, welche sie als erste Hebamme hatte, da sie immer zu zweit zu einer Geburt kommen. So eine 2 zu 1 Betreuung ist wahrer Luxus, wie ich jetzt sagen kann 🙂 Sie schaute mich an und sagte direkt, dass ich schon gut nach Wehen aussehe und fragte, ob sie mich untersuchen darf. Sie untersuchte den Muttermund und staunte. Der war schon auf 5 cm. Mein Mann stand nervös daneben und stotterte nur: “Oh mein Gott, wir haben nicht mal was zu trinken da”. Er flizte schnell los und holte an der Tanke um die Ecke noch Wasser. In dieser kurzen Zeit ging der Muttermund auf 7 cm und meine Hebamme rief ihre Mutter an, die die zweite Hebamme an diesem Tag sein sollte. Ihr ging das nun auch alles recht schnell, aber sie blieb entspannt und sagte ich solle ihr Bescheid sagen, wenn es auf den Po drückt.

Bam Zack Bum

Ich direkt: “Es drückt auf den Po”! Ok also musste ich raus aus der Wanne, aber ich wollte nicht. Generell wollte ich mich gar nicht bewegen und nur irgendwie mit der Situation zurechtkommen und mich rein finden. Im Geburtsvorbereitungskurs erzählten sie, das sich die Wehen langsam aufbauen. Das war nicht so. Es war eher so “Bam Zack Bum” jetzt bist du mittendrin. Irgendwie schafften sie es mich aus der Badewanne zu bekommen. Als gerade die zweite Hebamme kam, legte ich mich auf die Couch. Ich hatte Musik rausgesucht, aber als mein Mann sie anmachte konnte ich das gar nicht ertragen. Ich wollte Ruhe und die bekam ich. Keiner sprach, ich schloss die Augen und atmete einfach. Nach wenigen Minuten sagte meine Hebamme, dass ich jetzt pressen dürfte. Ich nahm die Hand meines Mannes und dachte nur noch an meinen Sohn.

Ich presste 3 Mal und da war er. Perfekter Moment. Die Zeit stand still und ist ab da auch nur noch verschwommen.

Beide Geburten waren mit Abstand das schönste und Kraftvollste was ich erleben durfte. Zu Hause, vertraut, geborgen und ohne Angst waren für uns der beste Weg ins neue Leben.

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