-Ich wusste, bald sind wir zu dritt-

Anja (32)

Kurz nach Mitternacht  spürte ich ein Ziehen in meinem unteren Rücken. Ich hiefte mich aus dem Bett und ging in die Dusche, weil mir das warme Wasser und Hüft-Kreisen unter der Dusche die Schwangerschaft über bei Rückenschmerzen immer zu helfen schien.

Das Ziehen legte sich und ich ging zurück ins Bett. Um 3 Uhr wachte ich wieder mit Rückenschmerzen auf. Wieder zog es mich unter die heiße Dusche. Um 6 Uhr morgens dann rief ich meine Hebamme an, um ihr zu sagen, dass ich glaube, dass es los geht. Allerdings taten die Wehen nicht weh. Ich dachte also es seien nur Übungswehen. Meine Hebamme entschied, dass sie vorbeikommen will, nur um zu checken wie es mir geht und um mit eigenen Augen zu sehen, ob es los geht oder nicht. Mittlerweile war es 9 Uhr morgens und die Wehen kamen so circa alle 7 Minuten. Sie beobachtete mich, und ihrer Erfahrung nach, “geht die Geburt los”, meinte sie. Später sagte sie mir, dass ich anders war als sonst. Irgendwie “zickiger”  haha.

 

Da ich wusste, dass die erste Geburt meist sehr lange dauert blieb ich so lange zuhause wie ich konnte. Mein Mann meinte: “schon dich!” worauf ich antwortete: “Nein. Ich MUSS/WILL jetzt aber sauber machen.”

Das tat ich dann auch für ein paar Stunden. Nun war es bereits früher Nachmittag. Mittlerweile wurden die Wehen intensiver aber noch nicht so schmerzvoll wie die meisten anderen Frauen sie beschreiben, also dachte ich “nein, es ist noch nicht so weit.” Meine Hebamme hat den Nachmittag über mit mir getextet, um zu erfahren wie es voran ging. Der Abend näherte sich nun und sie rief mich an, hörte nur meine Stimme und meinte: “jetzt solltest du aber ins Geburtshaus fahren.”

 

Das taten wir dann auch und ich betrat das Zimmer und wurde automatisch ruhig. Irgendwie schien sich mein Körper zu entspannen und ich wusste, bald sind wir hier zu dritt. Ich fühlte mich hier einfach wohl und sicher.

 

Da Wasser mir bisher gut tat, ging ich in die Wanne. Ich begann zu summen immer wenn eine Wehe kam. Es war intensiv aber ich spürte den Schmerz nicht so wie er in den Filmen beschrieben/ gezeigt wird. Die Hebamme bereitete mich vor auf die nächsten Stufen der Geburt, indem sie mir ruhig erklärte, was jetzt passieren wird. Das gab mir Sicherheit. So langsam spürte ich, dass mein Körper pressen will. Ich ließ es einfach zu. Die ganze Zeit über war ich entweder auf allen Vieren oder auf der Seite. Dann, obwohl ich im Wasser lag, spürte ich wie die Fruchtblase platzte. Außerdem dachte ich, ich müsste aufs Klo. Ins Wasser hatte ich wahrscheinlich die ganze Zeit schon gepinselt aber nun spürte ich, ich muss mein großes Geschäft machen und dachte nur “Oh Gott! wo ist das Klo?”. Dafür blieb aber keine Zeit denn das Gefühl zu pressen kam bereits wieder. Und dann war er da unser erster Sohn. Ich hob ihn hoch und er begann zu schreien. Endlich waren wir zu dritt.

WEITERE GEBURTSBERICHTE

SCHREIBE EINEN KOMMENTAR