-HÖRT AUF EUREN KÖRPER, ER TEILT EUCH MIT, WAS IHR BRAUCHT-

Jenny (27)

Noch heute ist es unwirklich, dass sie mein Baby ist

Etwas mehr als ein Jahr ist die Geburt meiner kleinen Maus schon her und noch heute ist es unwirklich, dass sie mein Baby ist. Am Tag vor ihrer Geburt (41+8) spürte ich morgens leichtes Unterleibsziehen, wie beim Einsetzen der Regelblutung normalerweise. Ich freute mich, dass endlich Senkwehen kamen (dachte ich). Da für den nächsten Tag eine erneute Kontrolle im Krankenhaus anstand, machte ich mir keine großen Gedanken und freute mich auf das, was kommt. Ich erledigte normal den Haushalt und ging abends eine Runde mit meinem Mann spazieren.

Nach dem Abendessen kamen die “Schmerzen” im Unterleib regelmäßiger und meine Aufregung stieg. Als wir ins Bett gingen, konnten wir nicht schlafen und entschieden uns die Häufigkeit aufzuschreiben. Alle 7 Minuten wollte mir mein Körper das Signal geben, dass das Baby raus möchte. Und weil alle sagen, nicht zu früh ins Krankenhaus zu fahren, wollte ich etwas abwarten. Einen Geburtsvorbereitungskurs haben wir nicht besucht, da es meiner Meinung nach mehr verrückt macht als hilft. Das Ziehen im Unterleib zog sich dann in die Beine. Ich konnte aber noch reden während der Wehen, daher war ich auch sehr entspannt. Nach einem Besuch auf der Toilette um 2 Uhr, sagte ich meinem Mann, dass ich lieber ins Krankenhaus fahren möchte, wo wir 2.20 Uhr ankamen.  Ich bin davon ausgegangen, sowieso wieder nach Hause geschickt zu werden. Daher haben wir die Kliniktasche (viel zu voll) im Auto gelassen.

Der Muttermund ist voll offen

Freundlich begrüßt wurde ein CTG gemacht, bei welchem ich nicht mehr ruhig liegen konnte. Die Hebamme fühlte in einer Wehe den Muttermund und sagte mir, dass wir nun in den Kreißsaal gehen. Dort angekommen sollte ich mich unten frei machen und konnte oben anlassen, was ich mochte. Ich schaute sie nur schief an und sie sagte: “Es geht los, sie dürfen gleich pressen und dann kommt ihr Baby. Der Muttermund ist voll offen.” Ich war etwas geplättet. Ich hatte erwartet, die Gänge auf und ab zu laufen, Treppen zu steigen, stöhnend über den Gang zu gehen und ähnliches. Über Geburtspositionen hatte ich mir nur wenig Gedanken gemacht, wollte lieber offen sein, was mir dann auch die begleitende Hebamme empfiehlt. Ich legte mich also auf das Bett und bat um etwas Geduld, bis ich pressen sollte, da ich im Kopf noch nicht so weit war. Ich bekam einige wenige Wehen, in welchen die Fruchtblase geöffnet wurde.

Ich konnte noch Scherze in den Wehenpausen machen

Dann ging es ziemlich schnell. Ich konnte noch Scherze in den Wehenpausen machen, den Termin für die Kontrolle am selben Tag absagen und wie es die Hebamme vorweg kurz einwarf, wurde mir noch vor 5 Uhr unsere gesunde Prinzessin auf den Bauch gelegt. Mein Mann saß neben mir, zwei Hebammen und eine Ärztin waren in den letzten Wehen im Raum, aber ich habe das alles garnicht so sehr mitbekommen. Wir durften 1,5 Stunden gemeinsam im Kreißsaal genießen und nach einer Dusche im Kreißsaalbad schlüpfte ich in meine Umstandskleidung und schob meine Maus aus dem Raum. Alles war unwirklich und noch heute ist es ein Wunder, wozu wir im Stande sind. Hört auf euren Körper, er teilt euch alles mit, was ihr braucht. Glaubt mir und vertraut euch.

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