-Für uns war es ein traumhaftes Erlebnis-

Marie (29)

Ganz ehrlich erwartete ich nach den 26 Stunden Wehen, die ich hatte bevor unser erster Sohn das Licht der Welt erblickte, keine schnelle Geburt und stellte mich mental wieder auf einen Marathon ein.

Ich plante auch so lange wie möglich zuhause zu bleiben bevor wir die Fahrt ins Krankenhaus antreten, weil ich bei der Geburt unseres ersten Sohnes viel zu früh ins Krankenhaus fuhr und mich dort all die Stunden in den Wehen nicht wirklich wohl fühlte. Ich kam dort einfach nicht zur nötigen Ruhe und dadurch war ich genau das Gegenteil von entspannt. Es braucht aber Entspanntheit im Körper und Geist, um die Wehe wirken zu lassen, ansonsten arbeitet man gegen sie und die Geburt kann länger dauern, einfach weil die Wehe jedes Mal nur “halb wirkt”.

Ich wachte nachts um 3 Uhr auf mit Unterleibschmerzen, so als bekäme ich meine Tage, nur stärker.

Nur 45 Minuten später, um kurz vor 4 Uhr waren die Wehen bereits nur 3,5 Minuten auseinander. Mein Mann machte Kerzen im Wohnzimmer an, denn ich konnte helles Lampenlicht einfach nicht ertragen in dem Moment. Außerdem wollte ich Ruhe. Mein Mann lachte, denn er meinte später “ich durfte nicht mal niesen oder du hättest mir den Kopf abgerissen.”

Ich wollte einfach nur an und auf meinem Sofa hängen. Liegen. Stehen. Hängen. Seitlich liegen. Laufen wollte ich nicht wirklich.

Meine Fruchtblase platze gegen 5 Uhr und das war der Punkt, an dem mein Mann darauf bestand, zum Krankenhaus zu fahren. Wir texteten also meinem Bruder und warteten noch kurz auf ihn, denn es war geplant, dass er bei unserem Sohn zuhause bleibt.

Dann fuhren wir los Richtung KH. Dort wartete die Hebamme der Station bereits auf uns, denn mein Mann hatte im Voraus angerufen und uns angekündigt.

Noch bevor ich den Fuß in den Flur der Station setzte spürte ich den Drang danach zu pressen. Das ließ ich auch meine Hebamme wissen und sie führte uns direkt in den Kreißsaal. Dort hielt ich mich an der Seite des Bettes fest und presste im Stehen. Nach nur 3 Mal pressen war er da. Unser 2. Sohn kam um 5:51 Uhr auf die Welt. Die Geburt dauerte nur knapp 3 Stunden und ich hatte keinerlei Geburtsverletzungen.

Diese Geburt, obwohl sie schnell war, war wunderschön für uns, den alles lief so ruhig ab und irgendwie ganz privat. Für uns war es ein traumhaftes Erlebnis.

 

 

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