-VERTRAUE DEINEM BAUCHGEFÜHL-

Maria (30)

Ich habe nun 2 ganz wundervolle Söhne die unser Leben in jeglicher Hinsicht bereichern und mit deren Augen die Welt immer ein bisschen einfacher und genauer zu sehen ist.

Vertraue deinem Bauchgefühl

Mein Bauchgefühl in der ersten Schwangerschaft sagte mir schon, dass der errechnete Termin zu früh gesetzt ist und er sicher erst später kommen wird. So war ich dann auch immer noch sehr entspannt, als der ET vorüber war und ich täglich zum CTG gehen musste. Als meine Fruchtblase mitten in der Nacht platzte, war ich völlig entspannt und habe mir, warum auch immer, ewig Zeit gelassen um ins Krankenhaus zu fahren. Auf dem Weg dahin habe ich die Wehen ganz entspannt verarmet, denn ich dachte, es wird sicher alles noch viel schmerzhafter (hatte aber keine Angst davor, für mich war das eher ein Punkt der einfach dazu gehört und den man schaffen kann). Im Krankenhaus nach der Untersuchung war der Muttermund schon 5 Zentimeter geöffnet. Für mich war das eine riesen Freude, denn jetzt war es nach so kurzer Zeit nicht mehr lange, bis unserer kleiner Räuber da sein wird. Eine weitere halbe Stunde später setzten die Presswehen ein. Diese sollten dann für weitere 3 Stunden bleiben. Das klingt zwar erstmal nicht so schön, aber man kann aktiv etwas tun um sein Kind zu bekommen. Am Ende der Geburt war ich kaputt, es war ja auch sehr anstrengend, aber auch unheimlich stolz. Denn erst gegen Ende der Geburt haben wir erfahren, dass er ein Sternengucker war.

Was auch anders war, zur zweiten Geburt: Ich hatte nicht gleich die extremen Glücksgefühl, oder musste in Tränen ausbrechen als ich ihn in den Arm gelegt bekommen habe. Was ich im Nachhinein völlig in Ordnung finde. Ich mich aber wegen der gesellschaftlichen Erzählungen dazu gezwungen gefühlt habe, so empfinden zu müssen, was mich selbst dann verunsichert hat, dies nicht empfunden zu haben.

Außerdem muss ich sagen, waren bei beiden Geburten die Hebammen echt prima. Eine super Unterstützung und Wegweiser. Ich habe sie bei beiden Geburten viel mehr wahrgenommen und gebraucht als meinen Mann. Das soll nicht heißen, dass ich ihn nicht gebraucht habe. Es ist schön, diesen Moment mit ihm zu teilen und zu erleben. Ich möchte nur denen Mut schenken, die es aus welchem Grund auch immer ohne schaffen müssen.

Irren ist menschlich!

Bei meinem zweiten Sohn war ich noch gar nicht so auf die Geburt eingestellt, einfach aus dem Grund, da wir gerade erst umgezogen sind und er 14,5 Wochen zu früh kam. Mein Bauchgefühl sagte mir immer, dass es noch etwas dauern werde. Diesmal lag ich da falsch. Nach dem Einkauf am Vormittag habe ich kurz etwas Wasser verloren. Nicht viel, aber deutlich spürbar. Mein erster Gedanke: Die Fruchtblase. Dann setze der Kopf ein: NEIN! Du hattest ja noch nicht mal Übungswehen und es ist ja noch Zeit. Vielleicht doch eingepullert? Nein, ich war ja gerade erst und der Beckenboden war noch in Ordnung.

Also meinen Mann angerufen und zur Sicherheit ins Krankenhaus gefahren. Dort dann einige Untersuchungen gehabt und bis dahin keine einzige Wehe gehabt, oder weiteres Fruchtwasser verloren. Aber der Test auf Fruchtwasser war positiv. Ich konnte bleiben und kurze Zeit später setzten dann die Wehen ein. Mein Befund war: Gebärmutterhals steht noch und ist komplett geschlossen. Da war mir klar, dass es etwas mehr Arbeit werden wird, als beim ersten Kind.

Zum Glück musste ich durch den Druck extrem oft auf die Toilette, welche sich am anderen Ende des Ganges befand. So musste ich viel laufen und konnte die erste Zeit der Wehen so vertun. Nach jedem Ende der Strecke massierte mir die Hebamme das Kreuzbein. Eine echte Wohltat. Sie wusste echt immer was ich brauchte.

Die Schmerzen während der Geburt, waren viel intensiver als beim ersten Kind. Ich habe sie einfach rausgerufen. Das hatte ich bei der ersten Geburt gelernt. Die Kraft der Töne mit zu nutzen. Dies tat echt gut. Nach 2 Stunden setzten die Presswehen ein und nach 4 Mal pressen war er einfach da. Mit einem Schlag waren alle Schmerzen weg und ich fühlte nur noch unheimliches Glück.

Ich kann nur sehr dankbar sein, für zwei ganz normale, kurze und schöne Geburten!

Abschließend möchte ich noch sagen, dass man während der Geburt wie in einer Art Tunnel ist und funktioniert. Man kann sich das ganz schwer so im nüchternen Zustand vorstellen! 🙂 Vertraut auf euch und euren Körper! Ihr werdet es in dem Moment wissen und falls es doch mal nicht stimmt! Irren ist menschlich. Aber eine Mama hat das beste Bauchgefühl!

 

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